Mit dritten Orten werden Angebote bezeichnet, die die kirchliche Arbeit der Kirchengemeinden als parochialer Verbund (= erste Orte) sowie Einrichtungen, Werke und funktionale Dienste (= zweite Orte) ergänzen.
Dritte Orte liegen quer zu Formen von Gemeinde – oft sind sie sogar institutionskritisch. Sie sind Innovationsräume kirchlichen Lebens, die probehalber Antworten auf Herausforderungen bei der Erfüllung des kirchlichen Auftrags entwickeln. Dabei lernen sie von Kritik und aus Niederlagen.
Erste, zweite und dritte Orte leben in gegenseitiger Wertschätzung und in wechselseitiger Ergänzung. Zwischen ihnen herrscht eine anregende Kommunikation, Austausch und ein befruchtendes Mit- und Nebeneinander.
Kriterien für Dritte Orte

Gefördert werden Vorhaben, Formate und Orte im städtischen und ländlichen Raum, die anhand der folgenden Kriterien agieren:
- Offenheit und Kooperation
Kirchliche und nichtkirchliche Akteur:innen sind auf Augenhöhe vernetzt, arbeiten kooperativ zusammen und entwickeln eine gemeinsame Vision. - Zielgruppenrelevanz
Das Vorhaben reagiert auf Bedürfnisse von Menschen, die sich religiös orientieren wollen oder religiös sind, macht Spiritualität für Menschen erlebbar und spricht neue Zielgruppen an. - Experimentierfreude
Es gibt Experimentierraum, in dem Neues ausprobiert wird. - Zukunftsorientierung
Das Evangelium und religiöse Rituale werden mit gesellschaftlichen Zukunftsherausforderungen und -technologien zusammengebracht. - Zusammenhalt
Es werden Angebote geschaffen, die eine Lücke im Sozialraum füllen und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. - Übertragbarkeit/Entwicklungspotenzial
Andere Bereiche von Kirche werden inspiriert. Das Potenzial zur Übertragbarkeit bzw. Skalierung ist vorhanden. - Finanzielle Nachhaltigkeit
Bei Antragstellung liegt keine ausschließlich kirchliche Finanzierung bzw. Vorförderung durch Dritte Orte vor. Entwicklungsmöglichkeiten zur Verstetigung sind erkennbar.
Historie der Förderung Dritter Orte in der EKBO

Seit 2020 gibt es das Verfahren zur Förderung Dritter Orte. Die Mittel für die Dritten Orte kommen aus dem Innovations-/Projektfonds. Der Förderung liegen mehrere Beschlüsse verschiedener Gremien zugrunde. Im Folgenden haben wir die Beschlussabfolge zusammengestellt: [read]
- Mit dem Haushalt 2020/21 beschließt die Landessynode Projektmittel zur Finanzierung Dritter Orte in Höhe von 2.000.000 €, versehen mit einem Sperrvermerk, der durch den Ständigen Haushaltsausschusses (StHA) aufgehoben werden soll (nachdem ein Verfahren zur Förderung von Dritten Orten erarbeitet wurde).
- Ein solches Verfahren zur Förderung von Dritten Orten als Innovationsräume kirchlichen Lebens wird in Folge entwickelt und Anfang 2020 beschlossen: Kollegiumssitzung am 24.09.2019; Sitzung des StHA am 05.12.2019 (mit Beschluss, dass der o.g. Sperrvermerk aufgehoben wird). Beschlusstext in der Vorlage: 1. Die EKBO fördert Dritte Orte als Anziehungs- und Ausstrahlungsorte für geistliche Erneuerung und geistliches Leben, als Innovationsräume kirchlichen Lebens und damit eine Lebensäußerung einer Kirche von morgen. 2. Zur Förderung von Dritten Orten wird das vorgelegte und beschriebene Verfahren eingerichtet.
- Die Kirchenleitung beschließt schließlich am 13.03.2020: Sie nimmt die Kriterien nach Beratung im StHA mit Zustimmung zur Kenntnis und beruft einen Kirchenleitungsausschuss Dritte Orte.
- Eine erste Antragsrunde hat den 1.5.2020 als Antragsfrist.
- Am 12.6.2020 konstituiert sich der Ausschuss Dritte Orte und beschließt über die ersten Anträge, am 26.8.2020 findet der erste Pitch statt.[/read]
Ansprechpersonen
[Person_ArlettRumpff]
[Person_VerenaKuehne]